Mittwoch, 21. Juni 2017

Rezension: Akhisa Ikeda: Rosario + Vampire Season II Band 07

Cover: Akihisa Ikeda
Rosarion + Vampire
Season II Band 07
Verlag: Tokyopop
Ich bin mla wiede rdazu gekommen, ein paar Ausgaben von Rosario + Vampire durchzugehen. Wo der letzte Band aufhörte, nämlich mit der Verwunderung darüber, dass sich „Vampir-Moka“ nicht wieder in die Moka-chan zurückverwandelte, nachdem sie einen Tag über unversiegelt durch die Gegend lief, fängt der siebte Band jetzt wieder an. Und zwar mit der offenbahrung der beiden Wong-Geschwister, dass sie bereits erkannt haben, dass das Siegel an Mokas Hals durch die lange Zeit des „Offenstehens“ mit einem mal große Beschädigungen weit jenseits des normalen reparierbaren erlitten hat. (Scheinbar ist das Siegel ausgeleiert.)
Da dummerweise nru eine einzige Person sich anbietet, diesen Schlamassel wieder gerade zu rücken, nimmt die Klicke das Angebot der Wongs doch noch an, gemeinsam mit ihnen nach China zu fliegen um dort den „Unbesiegbaren des Osten“ zu begegnen. Jenseits der Tatsache, dass dieser Trip für die meisten die erste Möglichkeit ist, überhaupt eine Landesgrenze zu überschreiten, stoßen sie immer wieder auf Fairy Tails spuren, die ein ungewöhnlich starkes Interesse an Vampir-Moka zeigen. (Nicht zuletzt, weil ein zweiter Handlungsstrang offenbart, dass ausgerechnet Mokas Familie mit einem mal eine vollständige Unterstützung von Fairy Tail offenlegt.)

Ich habe schon häufiger geschrieben, dass es gerade bei solchen längeren Manga-Serien immer wieder „Zwischengeschichten“ gäbe, die einen von zwei Faktoren erfüllen: Entweder wird das Setting aufgebohrt und um neue Elemente ergänzt, oder man braucht ein wenig Füllmaterial, bis die nächste Katastrophe eingtritt. Dieser Band liest sich in vielen Bereichen so, als würde er tatsächlich beide Faktoren gleichzeitig erfüllen müssen. Zum einen wird erklärt, aus was die Wong-Familie sich zusammensetzt. (Ebenso wie mit dem „Unbesiegbarem des Ostens“, einem kleinen, notgeilem Komik-Relief mit Cosplay-Fetisch, ein weiterer der „drei Könige des Jenseits“ präsentiert wird, von denen wir bislang nur den Direktor der Yokai-High kannten. (In diesem Fall wird außerdem offensichtlich, dass man einen starken Kontrast zu diesem eher finster Wirkendem Charakter schaffen wollte, der zwar ebenfalls einen gewissen Humor ausstrahlte, der allerdings deutlich bitterer ist.) Und über das Stilmittel des Rückblicks wird außerdem noch die Geschichte von Mokas Familie erzählt, die bislang auch eher unklar definiert wurde. Allerdings erfahren wir hier auch nur, dass die Shuzen-Familie aus wesentlich mehr Halbgeschwistern besteht, als bislang angenommen.

Der Band ist insofern nicht uninteressant zu lesen, funktioniert sogar innerhalb des neuen Ansatzes, der mit der „Season II“ angestoßen wurde, relativ gut. Allerdings muss man hinzufügen, dass der unüberwindbar platte Humor mit dem ständigen, für die Serie typischen, sich irgendwie ständig marginal steigerndem Gewaltgrad etwas seltsam ist. Hier wird nicht direkt die normalerweise typische „Monster of the Week“-Beseitigung in beiden Geschichten angegangen (auch wenn diese natürlich ebenfalls forhanden ist), allerdings haben wir dafür die überdrehte Teenager-Variante des üblichen „Don‘t Split the Group“, weil sich irgendjemand ein wenig Spaß gönnen wollte.

Fazit


Durchaus Lesenswert, aber eher auf niedrigem Niveau. Es passt in die Serie als Gesamtgeschichte, ist dabei aber einer der bislang schwächsten Bände.

Montag, 12. Juni 2017

Rezension: Freitag der 31 (Hack/Slash Band 03)

Cover: Freitag der 31
(Hack/Slash Band 03)
Verlag: crosscult
So, ich greife gerade aus unterschiedlichen Gründen ein paar Serien wieder auf und versuche die dann auch hier im Blog weiter zu besprechen. Mit dem als „Freitag der 31“ bezeichnetem dritten Band veränderten die Macher hinter den Geschichten rund um Cassie Hack langsam aber sicher ihre bis dahin beibehaltene Erzählweise. (Unrsprünglich war Hack/Slash eine Aneinanderreihung von Mini-Serien, nicht mehr als 2 oder 3 US-Comichefte lang. Das wurde beigelegt, als mit Hack/Slash The Series eine fortlaufende, mehr oder weniger stringente Erzählung aufgebaut wurde.)

Doch das ist nur der zweite Teil dieses dritten Bandes. Den Auftackt macht dabei macht ein weiteres Gesicht aus den späten 80ern, dass zwar grob in das Slasherbild von Hack/Slash hineinpasst. (Ich hatte in meiner ersten Rezension bereits Kritisiert, dass Slasher hier zu Untoten umgedeutet werden. Und das alles nur, um die Thematik des Tötens von eigentlich „nur“ psychisch gestörten, hochgefährlichen Individuen besser rechtfertigen zu können.)

In der Geschichte „Hack/Slash vs Chucky“ wird die Geschichte rund um Spring Break aus dem ersten Band noch einmal aufgegriffen, indem die Täterin dieser Geschichte, Laura, als schwerverwundete Person mit hochgradigen Verbrennungen Cassie und Vlad auflauert und mit Hilfe eines magischen Amulettes einen Körpertausch durchzieht, so das ihre Persönlichkeit im Körper von Vlad steckt und Vlad in der verbrannten Ruine, die einst Lauras Körper war.
Wie sich herausstellt hatte Laura diesen Trick aber nnicht allein gelernt (respektive in einer Bibel als Randkommentar gefunden) sondern bediehnte sich heir der Macht von niemand anderem als Charles Lee Ray, in der Popkultur besser bekannt als „Chucky: Die Mörderpuppe“. (Den sie natürlich hintergangen hatte, nachdem sie gelernt hatte, was sie lernen musste.)
Natürlich sind das beseelte Stück Plastik jetzt auf Rache und auf diese Weise kommt es zu einem – man möchte fast meinen verhängnisvollem – Bündnis zwischen der „Slasher“-Puppe und der Slasherjägerin. Problematisch ist nur, dass Laura letzten Endes ihre Rache an Cassie nicht darauf reduziert hatte, Vlads Körper zu stehlen, sondern dass sie ein Exempel statuieren will, dass jede Person mit einschließt, der Cassie in den vorausgegangenen Bänden geholfen hatte. (Und natürlich verspricht Cassie, dass sie Chucky nur dabei behilflich sein wird, zu sterben.)

In der hier abgebildeten ersten Geschichte aus „Hack/Slash: The Series“ geht es im Grunde darum eine ganze Menge Worldbuilding zu betreiben, dass bis dahin eigentlich ausgelassen wurde. Hier wird die Figur der Cassie Hack noch einmal aufgdröselt, während sie von einem gehäuteten Psychologen malträtiert wird und zum anderen werden im Anschluss ein paar Figuren eingeführt, die langfristig für die Serie von Bedeutung sein werden. Die Basis dieser Geschichte könnte nicht Klischeemäßiger sein: Ein erfolgloser Hairmetal-Musiker versucht sein Karriere einen Anschub zu geben,indem er seine Seele dem Teufel verkauft. Als Gegenleistung muss er regelmäßig Jungfrauenopfer bringen. (Wobei der Rest seiner Band untote Puppen in Transportkisten sind. Die mussten nämlich zuerst dran glauben.) Das hier ist eigentlich keine Geschichte, wie sie rund um Slasher im strengen Sinn erzählt wird. (Allerdings Pfeift Hack/Slash ja so oder so auf die entsprechende Definition des Slashers.) Viel mehr haben wir hier eine Geschichte mit gorßen alten Göttern, die jenseits der Zeit schon da waren, einem Haufen entstellter Wesen, die irgendeinem besonders schlechtem Fiebertraum entsprungen zu sein scheinen, und einigen Anspielungen auf Elvis und die Azteken-Kultur. Wie man das jetzt letzten Endes dann tatsächlich vernünftig einordnen kann, muss man abwarten. Die Ideen sind aber irgendwie schon da. Sie weichen nur sehr stark vom eigentlich erwartetem Geschehen ab.

Illustrationstechnisch fällt die Serie wie so oft unter „Geschmacksache“. Die „Hack/Slash vs Chucky“-Geschichte orientiert sich an einem stark realistischerem Stil auf der ganzen Ebene. Das heißt, wir haben hier alles so weit gestaltet in einer sehr dunklen Farbgebung, dass man das Ganze durchaus mit größeren Verlagen vergleichen kann. Der Bereich von „Hack/Slash: The Series“ hingegen ist in einem Stil gehalten (gerade bei der Colorierung) der gelegentlich kleineren Verlagen wie Devils Due Publishing geren Forgeworfen wird. Hier erinnert einiges an einen Stil, der ursprünglich irgendwo zwischen japanischer Anime-Art und dem Cel-Shading von Nintendos „The Wind Waker“ einzuordnen ist. Das Ganze wirkt stellenweise aufgrund des Hintergrundes der Geschichte manchmal ein wenig deplaziert. Jedoch, wenn man anstelle einer Detailverliebten kleinstverordnung sich die gesammte Geschichte ansieht, wirkt es dennoch sehr stimmig. Das heißt, selbst wenn DDP hier eventuell aus der Not eine Tugent gemacht haben sollte, so wurde die Wahl dennoch nicht vollständig verhunzt dargebracht. (Und gerade aus meiner Perspektive hat gerade dieser doch sehr spezielle Stil in der gesammten Gestaltung den großen Reiz der Comics von Hack/Slash ausgemacht, weil ich „damals“ erst zum Start von „The Series“ auf die amerikanische Erstveröffentlichung aufmerksam wurde.)

Fazit

Grundlegend bleiben bestimtme, kritisch zu betrachtende Aspekte natürlich weiterhin bestehen. Slasher sind halt keine klassischen Filmmonster, sondern unverständliche, aber menschliche Wesen, die das nackte Grauen auslösen. Von daher ist und bleibt dieser Teil der Welt von Hack/Slash etwas, wo man als Fan sich überlegen sollte, ob man das wirklich so interpretiert sehen möcht, zumidnest was die Filme angeht. Dementsprechend unpassend scheint auch die verbindung mit dem Chucky-Franchise ersteinmal. Wenn man aber jenseits dieser Sache sich einfach nur die Story ansieht bleibt alles insgesamt aber eine Runde, unterhaltsame Erzählung, die zwar noch Stellenweise nicht gänzlich zu Ende konzeptioniert wirkt – gerade weil man hier vom Ursprünglichen Kurzgeschichten Tripp abweicht, eine Art „Scooby Gang“ schafft und dadurch mehr Verbindungen und Figuren einführt, mit denen die Geschichte spielen will/muss. Trotzdem bleibt dieser Anfang insgesamt eine sehr schöne, düstere und stellenweise bitterböse gestaltete Bildergeshcicht,e die Spaß macht und sich gerade deswegen lohnt.

Freitag, 9. Juni 2017

RPG-Blog-o-Quest #21: Blogs

Die Blog-o-Quest ist ja jetzt sowas wie ein kleiner Stammzeitvertreib für mcih über das letzte Jahr geworden, da ich immer wieder mal auf die Fragen zurückgreife. Jetzt haben Würfelheld und Greifenklaue das Ganze ein wenig verändert, indem sie auch mal andere Fragensteller ran ließen, was an sich ja eine gute Idee ist. (Nur konnte ich in den entsprechenden Monaten nichts mit den entsprechenden Fragen anfangen.) Jetzt hat Würfelheld mal wieder das Steuer in die Hand genommen und dabei ein Thema rausgepickt, bei dem ich zwar nicht unbedingt überragend glänzen kann, aber eventuell doch ein paar interessante Antworten unter Umständen abliefere.



1. Warum hast Du Deinen Blog gegründet/gestartet?
In welcher Inkarnation der Überlegung? Ich meine: Angelegt habe ich den Blogacount way-back in 2011, weil ich meinte irgendwas zum zusammentragen meiner Ideen für das Rollenspiel Unknown Armies zu brauchen. (Woher auch die Sache mit dem Begriff des tiltens herrührt, was eine direkte Anspielung auf die Einflußnahme der Avatare aus UA auf die Realität ist.) Dummerweise war ich damals mal wieder von emotionalen Downs geplagt und konnte mich auch nicht wirklich zu der Routine bringen, mich einfach hinzusetzen und entsprechende Ideen mal einfach so aufs Papier zu rotzen. (Das hat dann damals auch dazu geführt, dass ich mich erstmal dem Rezensionsteam der Blutschwerter angeschlossen habe, um auf diesem Weg dann wenigstens entsprechende Schreibroutinen aufzubauen.)
Wirklich Richtig losgegangen hier auf dem Blog ist es dann eher 2013/2014, als ich ein paar extreme Fehlschläge in meiner Lebensplanung hinnehmen musste. In gewisser Weise haben mich seitdem der Blog und meine Katzen daran gehintert einfach durchzudrehen. (Klingt auch irgendwie seltsam: popkulturelle Schreibarbeit als Psychotherapie.) „Tilting my World“ ist es dabei allerdings geblieben, weil ich den Account schon hatte und der Titel des Blogs zumindest eine gewisse Symbolische Bedeutung für meinen derzeitigen Zustand immer noch darstellt.
2. Hat sich Dein Blog so entwickelt wie erhofft?
Ähm… nein: Aus einem UA-Fanblog wurde ein „Orakel schreibt (über) komisches Zeug“-Blog. Das ist allerdings auch gut so. Technisch geht es jetzt hier um Dinge die mich gerade umtreiben. (Weswegen ich auch schon mal jenseits von Rollenspiel und Pop-Kultur Themen aufgreife, einfach weil die für mich wichtig sind.) Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass mir Youtube als ergänzendes Medium Spaß macht. (Ich komme aufgrund des Aufwands, den ein solches Video macht, nur eher selten dazu Dinge aufzuzeichnen.) Man kann sagen: Der Blog hatte Anfangs kein klares Konzept gehabt, ist aber mittlerweile zu etwas geworden, von dem Ich Anfangs in dieser Form nie gedacht habe, dass das Möglich ist. (Wenn auch in letzter Konsequenz ganz klar dabei ein „für mich“ hinten dran gedacht werden muss.)
3. Wird es 2017 auf Deinen Blog kostenlose Abenteuer geben? Wenn „ja“ für welche Systeme?
Da sprichst du gerade was an. Aufgrund meiner derzeitigen Situation bin ich ehrlich gesagt nicht unbedingt die beste Wahl, was den SL-Job angeht. Ich habe einfach nicht die Zeit Dinge auszuarbeiten, um sie auf Spieltischniveau zu bringen. (Geschweige dann für andere Aufzubereiten, um sie ins Netz zu stellen.) Von daher bin ich Froh, dass ich wenigstens Spieler sein kann. (Den SL-Job will ich gerne als Übung in der Methodik wieder ergreifen, wenn sich da in meinem Leben Dinge geändert haben… und da muss ich endlich zusehen, dass ich einen Radikalen Neustart hinlege.) Allerdings war dann ein anderes Phänomen, das mir gelegentlich über den Weg läuft doch aufgefallen, um wenigstens einen kleinen Teil dazu beizutragen. Ich versuche mit den SLC-Konzepten seid ich sie mit den Gray-Brüdern angefangen habe immer wieder mal Methodisch Aufzuzeigen, dass dieses „Aber ich habe doch keine Ideen“ ein eher fadenscheiniges Argument ist. (Schon allein deswegen, weil wir relativ Postmodern nach der Devise „Everything is a remix“ leben.) Mir geht’s eigentlich nur darum aufzuzeigen, dass man gerade in unserem Hobby keine Angst davor haben sollte, so viele Ideen wie nur eben möglich zu klauen… solange man einen möglichst breiten Fundus an Ideen anderer Leute hat, um sie neu zu verknüpfen. (Also Medienkonsum ist ganz wichtg. Lest also mal wieder mehr… zum Beispiel die ganzen Comics die ich hier auf dem Blog rezensiere. XD )
4. Was wünscht Du Dir von Deinen Followern?
Ich hab Follower? Ersthaft? Wer seid ihr?
Okay, Scherz beiseite: Ich denke mal, dass es mir so wie den meisten anderen geht, die diese Frage beantworten: Ich würde gerne mehr Kommentare von meinen Lesern sehen. Ich weiß von Infernal Teddy, dass er den Blog verfolgt und von einem Freund aus Münster, dass er regelmäßiger Leser ist. Aber ansonsten? Laut der Blogspot-Statistik generiere ich zwischen 1500-2000 Seitenaufrufe im Monat. Wenn man davon mal die Hälfte als potentielle Bots abzieht bleiben immer noch sehr viele mögliche Leser, von denen ich nicht weiß, wer die sind. (Durch Zufall habe ich mal herausgefunden, dass Greifenklaue in seinem Forum gelegentlich auf Rezensionen von mir verlinkt. Beim Rest bin ich echt neugierig, wer das sein mag. Vor allen Dingen verwundert es mich immer noch, dass es anscheinend tatsächlich Leute gibt, die mein Zeug lesen.)
5. Welche drei anderen Blogs verfolgst Du am liebsten?
Uff… das ist jetzt schwierig, weil ich in der Regel via RSP-Blogs einfach so auf Artikel klicke, deren Überschriften ich gerade interessant finde. Von daher ist meine persönlich Wahrnehmung da ein wenig verschwommen.
Hmm… wo ich immer mal wieder draufklicke, wenn ich so drüber nachdenke:
Neue Abenteuer: Sollte eigentlich wenig verwundern, wenn man die enge Verbindung zwischen Caninus, Infernal Teddy und mir bedenkt. Zum einen mag ich Teddys Art zu denken. Zum anderen habe ich immer noch einen Login-Account drüben und sollte so langsam aber sicher mal wieder zusehen, dass drüben ein paar Rezensionen von mir wieder auftauchen.
Seelenworte: Ich habe den Dorp-Cast schon eine ganze Weile verfolgt, bis ich mich das erste mal dazu aufgerafft hatte den beim Sermon regelmäßig genannten Blog von Thomas Michalski aufzurufen. Und was mich immer wieder dorthin treibt ist diese unglaublich umfassende Sichtweise, mit der Thomas sich ständig auf alles mögliche zu popkulturellen Themen äußert.
Playing D&D with Pornstars: Fragt nicht was mich ständig dazu bringt, ausgerechnet auf diesem Blog zu landen, seitdem Andreas Melhorn vom Buch Eibon ihn vor Jahren (damals war er noch bei Wordpress) immer wieder empfohlen hat. Ich verstehe es selber nicht. Eventuell ist es dieses abstruse Faszination, dass jemand mit einem ähnlichen Hintergrund wie ich (Kunst) ausgerechnet in die Porno-Industrie getrieben hat, um es dann zusätzlich noch über das Internet in unseren Hobby zu einer gewissen Bekanntheit zu bringen. Oder es ist die Faszination, dass eine der Damen aus seiner Runde mittlerweile ebenfalls einen gewissen Nerd-Ruf weghat und bei Geek&Sundry mitmischt. Das wird wohl auf ewig ein unbeantwortetes Rätsel bleiben.
Bonusfrage: Was würdest Du gerne an Deinem  Blog ändern wollen?
Rein vom äußeren Erscheinungsbild her bin ich froh etwas gefunden zu haben, dass mir mit ein paar Klicks die Möglichkeit bietet, Dinge schnell und einfach zu präsentieren.

Was ich in erster Linie bräuchte wäre Zeit. Zeit um an ein paar Ideen rumzuschnitze, eventuell eine zusätzliche Artikelserie auf die Beine zu stellen. Und um mich in den ganzen grafik-Kram reinzufuxen. Naja: Schaun wir mal. Aktuell bin ich gerade dabei ein wenig Hardwareseitige mich neu aufzustellen. Der ganz große Wunsch dabei ist ein Grafik-Tableau. Eventuell schaffe ich es dann doch mal hier und da selbst die eine oder andere selbstentworfene Grafik und Illustration ins Spiel zu bringen. Aber das sind Zukunftsträume bis jetz tnoch.

Montag, 5. Juni 2017

Rezension: Akihisa Ikeda: Rosario + Vampire Season II Band 06

Cover: Rosario + Vampire
Season II Band 06
Verlag: tokyopop
Mit dem sechsten Band der zweiten Season wird ein neues Problem eingeführt, dass über die Hälfte des Bandes einnimmt. Mit der Figur „Fang-Fang Wong“ (und das ist noch nicht das schlimmste an chinesischen Klischee-Namen in diesem Band) wir der Sohn einer chinesischen Mafia-Familie eingeführt, der Tsukune unbedingt als Teil seiner Familie gewinnen will. (Warum das der Fall ist, wird nicht erklärt. Es geht aber darum, dass der Wong-Clan anscheinend starke streiter von der Yokai-High abwerben will. Und Tsukune hat in den letzten Bänden genügend Fähigkeiten utner beweiß gestellt… oder zumindest meint Fang-Fang das.)
Im Grunde geht es danach um einen ständigen Wettstreit und allerhand absurder Wetten, die Fang-Fang beginnt, um Tsukune auf diesem Weg dazu zu bringen, für die Wong-Familie zu arbeiten.
Auf diese Weise muss sich Tsukune eines Phöbnix erwehren (was nur mit Hilfe von der anderen Moka gelingt) und außerdem ein eigentlich „normales“ Sportfest überstehen (was nur durch Mithilfe der Mütter des Harems gelingt.)
Die abschließenden beiden Storys greifen dabei Elemente auf, die wir bereits teilweise aus vorangegangen Bänden kennen und deuten diese dann neu um. In „Das Gedanken-Übertragi“ erfindet Yukari ein Gerät, dass es ihr ihrer Vorstellung nach ermöglicht, ihre Gedanken und Gefühle auf einem direkten Weg mit Tsukune zu teilen. Bis es Fang-Fang in die Hände fällt und zwischen den beidne ein Körpertausch stattfindet. (Und dummerweise auch noch ein Körperausmesseung am selben Tag passiert.) Das hat anschließend zu Fogle, dass allerlei „Notgeilen“-Witze auf die eine oder andere Weise mit eingebracht werden und mal wieder auf der körperlichen Unausgereiftheit von Yukari rumgeritten wird. (Wir erinnern uns: Eigentlich ist sie nur deswegen in derselben Klasse wie Tsukune und die anderen, weil sie für Yokai-Verhältnisse als Hochbegabt gillt.)
In „Der Schwachpunkt“ geraten die beiden Mokas auf geistiger Ebene aneinander und schließen einen Handel ab: Moka lässt sich für einen Tag das Siegel abnehmen um ihrem versiegelten Teil in der Zeit die überhand zu lassen. Was leider zur Folge hat, dass die Küche abbrennt und ein neues Problem am Ende des Tages sich urplötzlich einstellt.

Ich habe ja schon zum letzten Band geschrieben, dass ich die Story vom Aufbau her nicht so schön fand. Das trifft hier nicht ganz zu. Der neue Faktor Fang-Fang (und damit verbunden die ganzen überklischeemäßigen, chinesischen Namen die noch auftauchen) wirkt erstmal irritierend. Die Tatsache, dass die Erzählweise ovn Rosario + Vampire übertrieben schnell abfolgen muss – was scheinbar der ursprünglichen Veröffentlichung als kapitelweise Erzählung in einem wöchentlichen Manga-Magazin geschuldet ist – lässt hier wenig Freiraum um einen solchen Faktor tatsächlich vernünftig einzubauen und zu erzählen. Daher wirkt die Story rund um den Mafia-Sohn, der neue Mitglieder für seinen Clan anwerben will, einfach unglaublich platt aufgemacht. (Unabhängig davon, dass abseits der bisherigen Harme-Storyline jetzt mit einem mal der Polygamie-Witz, den man eigentlich viel früher erwartet hätte, zum ersten mal bemüht wird.)
Insofern dreht sich die ganze Zeit über der Inhalt des Bandes um einige wirklich sehr platte und geradezu abgedroschene Witze, die man eigneltich schon zur Genüge wahrgenommen zu haben meint. Es ist zwar immer noch der übliche, etwas wirre und übertriebene Stil dabei, der die Geschichten bislang auch geprägt hat, allerdings kommt jetzt anscheinend entgültig eine gänzlich andere Komponente in die Erzählweise, die zumindest hier noch nicht ganz so genau weiß, worauf sie eigentlich hinauswill.

Fazit

Ich bin enttäuscht ist nicht das richtige Wort. Ich mag die Reihe eigentlich zu sehr, gerade weil sie die meiste Zeit irgendwo an der Grenze tanzt, was die übliche Abgdrehtheit zwischen Romantik, Erotik und ein Hilflosigkeit auf der einen Seite angeht, auf der anderen Seite dann aber noch nicht ins Ordinäre übergeschwankt ist. Dieser Band hier ist vom Stil der Erzählung eindeutig auf die andere Seite eben stark rübergekippt und ich weiß in diesem Augenblick einfach nicht, wie ich das Ganze weiter einordnen soll. Wie sich die Geschichte von Rosario + Vampire entwickelt müssen die anderen Bände zeigen. Auch ob das ganze einfach nur ein stellenweises Tief ist und dannach wieder zu alten Stärken wiedergefunden werden könnte. Der Komik-Aspekt scheint im Moment sich jedenfalls doch etwas zu sehr in eine andere Richtung zu entwickeln, die nicht mehr ganz mein Humor ist.

Montag, 29. Mai 2017

RPC 2017: 30 Grad im Schatten.

Köln Messe/Deutz: Den Dom sehen und weitergehen.
Und wieder mal einen RPC-Tag durchlebt. Leider bin ich im Moment (wie so oft) mal wieder erst sehr spät in Köln an diesem Samstag aufgeschlagen. Man konnte eigentlich sagen: Als ich kam, gingen die ersten bereits wieder. (Oder so ähnlich.) Aber das sollte dem ganzen „Spaß“ natürlich keinen Abbruch geben. Zugegeben: Wenn man erstmal vom Bahnhof aus in Richtung Messe-Gelände stolpert ist der erste Anblick des bisherigen, leicht pompösen Einganges ein wenig ernüchternd. (Aktuell befindet sich scheinbar der komplette Platz in diesem Bereich in einer Dauerbaustelle mit aufgerissenem Beton-Boden. Jedenfalls konnte man deswegen nicht die entsprechenden Treppen hinaufsteigen und sich dabei fühlen, als würde man in einen Tempel der Nerdigkeit eindringen wollen.) Und die derzeitige Sicherheitslage hat wohl auch ein wenig ihr übriges getan: Das war jetzt das erste mal, dass ich noch vor dem Einlass meinen Rucksack vorzeigen musste, um zu Zeigen, dass da keine Anscheinswaffen sich drin befinden. (Meinen Witz, dass man die Kamera als Keule verwenden kann, konnte der Sicherheitsmann aber dann doch noch verstehen. Scheinbar war die Stimmung heute dann wohl doch nicht so schlecht gewesen, als das sich entsprechenden Leute die Laune vermisen ließen.)

Das bisherige Eingangsportal gleicht eher einer Mondlandschaft der Baustellenkultur.

Womit wir dann aber auch schon zur ersten großen Veränderung dieses Jahr kommen: Eigentlich wollte ich nur eben kurz einmal durch die untere Halle streifen um mir einen Überblick zu verschaffen. Womit ich dann nicht gerechnet hatte war, dass der Nerdpolstand anscheinend diesmal den Katzenplatz erhalten hat. (Die Halle hatte einen extremen Hall und leider taten dann die Jugger in direkter Nähe noch ihr übriges, um das Rundenleiten für alle betroffenen irgendwo zu einer Qual zu machen.) Dummerweise sah mich dann ausgerechnet Umbreon noch rechtzeitig, bevor ich einfach so am Stand erstmal vorbeilaufen konnte. (Wie gesagt: Ich wollte mir gerade ersteinmal einen Überblich verschaffen. Der Nerdpol wäre dann erst deutlich später wirklich angelaufen worden.) Im unteren Bereich war dann aber wie gesagt ansonsten „nüschts“. (Okay… ein Stand mit einer sehr großen Sammlung an Dart-Blastern, die man kurz eben im Vorbeigehen ansehen konnte, wäre durchaus noch erwähnenswert gewesen. Mein Punkt ist aber halt, dass ich – vom Nerdpol mal abgesehen – hier wirklich nichts gefunden habe, dass mich großartig fasziniert hätte.)
Kommen wir also zum Ersteindruck der oberen Halle: Es wirkte chaotischer als die Jahre zuvor. Insgesamt war wohl zum einen einiges Angewachsen, so das dieses mal wirklich mehr der Eindruck von Stand an Stand bestand. Auf der anderen Seite sah es aber auch so aus, als würde man weiterhin versuchen möglichst viel Raum für alles geben zu können. Das mag jetzt verwirrend klingen, hat aber etwas mit meiner persönlichen Erinnerung vom letzten Jahr zu tun: Letztes Jahr hatte ich mehr den Eindruck gehabt, dass die Halle sich sehr in Einzelständen verläuft. Dieses mal waren es dann mehr aneinanderhängende Pulks aus Kleinständen und dazwischen ungeordnete Wegreihen. Es gab zwar bestimmte, große „Hauptstraßen“, allerdings musste man wohl letzten Endes trotz allem in Planquadraten Rastafahndungsmäßig durch die Halle streifen, um irgendwie alles mitzubekommen. (So war Quasi einer meiner ersten Eindrücke ein Auftritt von jan Hegenberg, der auf einer der Indoor-Bühnen seinen alten Smash-Hit „Die Horde rennt“ zum besten gab… nur um dann deutlich später auf der Außenbühne noch weitere Lieder wie „Cheater an die Wand“ und „Alles wird sich ändern wenn ich Pro bin“ zu spielen.)

Cosplay machte diesmal eher
einen absurden Eindruck
Womit wir dann aber auch schon zu einem meiner ersten Eindrücke kommen, der hier rein subjektiv erwähnt werden muss: Gefühlt waren es dieses Jahr mehr Cosplay-Stände, die irgendwas ausstellten, als tatsächlich darstellende Cosplayer. (Das kann sowohl der späteren Urzeit, als auch der großen Hitze geschuldet sein, aber es ist wirklich schade, sollte dieser Eindruck auch einem Faktencheck bestehen können.) Das heißt zwar nicht, dass überhaupt keine entsprechenden Darsteller zu sehen waren, aber das, was ich zumindest gesehen habe, konnte nicht so wirklich überzeugen.

Womit wir auch schon sehr viel von dem gesagt haben, was im weitesten Sinne so an allgemeinen Eidnrücken zu erwähnen ist. Wei gesagt: Planquadrate laufen war dieses Jahr angesagt, um Dinge zu finden. Die erste zufällige Entdeckung in dem Bereich war dann der kleine Stand des System-Matters-Verlages. (An dem gerade Dorp-TV ein Interveiw mit dem Verantwortlichen durchführte.)
Von daher ging‘s daran vorbei, nur um später nochmal das ganze anzulaufen. (Ich mag ja ein wenig den Austausch mit der Szene und ihren Machern.) Lustig ist es nur dann, wenn man es irgendwie geschafft hat, im Gedächtnis mancher Leute zu bleiben. (Jedenfalls scheint mir das irgendwie auch schon mal wieder geglückt zu sein, in diesem Fall. Was auch noch irgendwie zu einem Gespräch über die Körpergröße mancher öffentlicher Personen aus der RPG-Szene Insgesamt, Lokal wie International, führte… aber auch bei Daniel Neugebauer irgendwie zum abschweifen führte.)
Anyways: Auch wenn ich den eigentlichen GRT verpasst habe, konnte ich hier doch noch die Old-School-Rollenspiel-Fibel dann mitnehmen. Und wenn wir schon mal dabei sind: Für Erdenstern musste ich dann tatsächlich den Hallenplan bemühen, weil ich deren Stand überhaupt nicht finden konnte. (Wie sich herausstellte, ruht sich das Trio zwar nicht auf dem vergangenem Ruhm aus, hatte aber trotzdem für den Augenblick noch nichts neues Vorzuweisen. Aktuell ist ein neues Album allerdings in der Mache, in der man Medleymäßig am Stand reinhören konnte, oder es direkt Vorbestellen konnte. Schade ist nur, dass die beiden Gesichter von Erdenstern anscheinend für den Augenblick darüber nachdenken die Spiel dieses Jahr sein zu lassen. (Dieser Plan ist wohl so auch noch nicht zu 100% in trockenen Tüchern, es klang allerdings schon sehr überzeugt.)
Klein und Sympathisch: Der System Matters Verlag

Die Autoreninsel war dann irgendwie interessant: Ich meine… ich kenne jetzt so gut wie keine Person von den Leutchen, die dort ihre Werke ausgestellt haben. Allerdings: Felix Münter war gerade irgendwo anders als an seinem Stand, als ich an diesem Vorbeiging… und die Voghts mussten anscheinend sogar ganz wo anders ein Tischchen platzieren, weil der ursprünglich für Sie vorgesehene Stand verschollen war.
Irgendwie der Standard-Zustand bei Ulisses:
Michael Mingers vor irgendeiner Kamera

Allgemein: Für Ulisses schien es der Samstag der laufenden Kamera gewesen zu sein. Ich bin etwas vier oder fünf mal an dem Stand vorbeigelaufen und Michael Minger (häufiger ohne als mit Markus Plötz) stand immer vor irgendeiner Kamera mit Videoaufnahme-Funktion und musste jemandes Fragen beantworten.
Und wirklich lange habe ich mich am Dorp-Stand mit Thomas Michalski ausgetauscht, der dieses mal keinen so platten Eindruck machte. ;) Allerdings konnte ich hier mal wieder meine Aktivitäten aus über 10 Jahren in unserer Szene unter Beweiß stellen… respektive: Thomas war ein wenig verwundert darüber, wie absurd unsere Szene doch am Ende verzahnt ist, als er erfuhr, dass ich eine Zeit lang Teil einer UA-Runde war, die von Tim Struck geleitet wurde.

Die letzte Stunde war dann allerdings vollständig dem Nerdpol-Stand gewidmet: Einfach nur an einem Tisch sitze und mit einem ganzen Haufen Gleichgesinnter Socializen, hat schon was. (Außerdem sind gerade die Gesichter hier diejenigen, die man wirklich nur einmal im Jahr wirklich treffen kann. Für alles andere gibt’s dann noch eventuell Zufall und die Spiel. XD ) Das war eine sehr schöne Möglichkeit den Tag ausklingen zu lassen und seine jeweiligen Erfahrungen und Meinungen nochmal Revue passieren zu lassen.
Socialising am Nerdpol-Stand:
Feder & MaxMonster (Aulucard von Hinten)


Aus dieser Perspektive war es wieder einmal eine gelungene Messe. Ich hoffe, dass ich nächster Jahr wieder die Zeit finden kann.
Meine diesjährige Ausbeute!

Montag, 22. Mai 2017

Rezension: Akihisa Ikeda: Rosario + Vampire Season II Band 05

Cover: Rosario + Vampire
Season II Band 05
Verlag: tokyopop
Ich frage mich gerade, wie ich diese Rezension jetzt anfangen soll: Im letzten Band hatte Tsukune ja unter der anderen Moka angefangen ein Yoki-Training durchzuführen. Die Folge davon ist, dass er am Anfang dieses Bandes mit stärkeren Selbstzweifeln zu kämpfen hat. Oder, um es mit den harschen Worten der anderen Moka auszudrücken: Ihm fehlt der Wille und das Selbstvertrauen die Kraft, über die er als Beinahe-Ghoul verfügt, auch einzusetzen. Als Fogle daraus wird die komplette Zeitungs-AG in die Menschenwelt geschickt, um dort über die Sommerferien eine Art „Erhohlungstraining“ durchzuziehen. Das wäre jetzt innerhalb des Shonen-Genres nicht weiter sonderlich spannend: Ein haufen hübsch-erotisierter Mädchen am Strand. Der Punkt bei der Sache ist nur, dass Rosario + Vampire auch hier weiterhin dem Rezept der „Monster of the Week“-Geschichten treu bleibt und demzufolge sich auch weiterhin Yokai einmischen, die ebenfalls auf dem bereits eingeführten „Fairy Tale“-Zuordnung anspringen.
Und zwar wird Moka entführt (als zusätzliche Mitname zu einem ansonsten stummen Mädchen Namens „Sun“, die sich später ebenfalls als ehemalige Schülerin der Yokai High heraustellt.)
Dazu kommen noch erneute Auftritte von Gin-Senpai sowie dem Kapitän der Karate-AG.
Technisch wird hier ein wenig mit den üblichen Stilmitteln der Übertreibung gespielt, es kommt zu den zu erwartenden leicht erotisierten Szenen am Strand, wenn auch in einem anderen Kontext als erwartet. (Also alles beim alten.) Nur das hier in gewisser Weise die Happy-Ende Geschichte auftaucht, die die Frage nach dem „Zusammenleben“ von Menschen und Yokai in der Menschenwelt stellt.
Erwähnenswert ist noch das am Anfang des Bandes mit eingeklebte PinUp-Faltposter, welches Moka im Bikini Halloween-Wassermelone am Strand zeigt.

Fazit

Grundsätzliche ein „netter“ Band, auch wenn früher oder später die Frage nach der Maskerade, um welche sich das ganze Szenario von Rosario + Vampire dreht, doch arg überstrapaziert wird. Der Band folgt seinen gewohnten Bahnen in aller japanischer Übertreibung. (Nur sollte man sich gerade hier im klaren sein, dass Rosario + Vampire zwar eine unterhaltsame Reihe ist, aber eher aus der Reihe „seichte Unterhaltung“ stammt. Und gerade in diesem Bereich ist gerade dieser Band keine Sternstunde, sondern eher maues Mittelfeld. Schön und schnell zu lesen, aber leider nicht ganz so begeisternt, wie die Serie bis dahin war.

Montag, 15. Mai 2017

Rezension: Katsuhiro Otomo: Träume der Vergangenheit (Akira 18)

Cover: Träume der Vergangenheit
Akira 18
Verlag: Carlsen Comics
Jetzt wird es wirklich seltsam. Im Grunde genommen geht es um Tetsuo, der immer weiter mutiert und dabei seine menschliche Form verliert. Zeitgleich werden alle anderne immer mehr zu Hilflosen Spielbällen. Aber: Indem Tetsuo mehr und mehr mutiert, desto stärker wird eine seltsame Verbindung mit Akira offenbar, weil beide in ihrem Verhalten sich, obwohl noch Räumlich voneinander getrennt, immer mehr Synchronisieren. Und dabei wird es dann anschließend extrem schwierig: So wie es aussieht wollen die Greisen Tetsuo zu einem Gegenpol zu Akira schaffen. (Es werden aktiv begriffe wie „positive Kraft“, die so stark nach positivem Pol bei einem Magneten klingen, verwendet, dass so etwas kein direkter Zufall mehr sein kann.) Im Grunde genommen wird dabei aber die Masse Tetsuo unglaublich gequält, weil man ihr wieder und wieder unglaublich gewaltätige Schläge zufügt, um ein wie auch immer geartets Potential aus ihm herauszukitzeln.
Das Schlimme dabei ist, dass zeitgleich Akira auf eine etwas andere Weise ebenfalls Stimuliert wird, so das am Ende nur noch ein aufeinandertreffen von Potentialen im magnetischen Sinne entsteht und keiner mehr so wirklich weiß, was jetzt eigentlich der Fall ist.
Fakt ist, dass es sich einfach nur wieder einmal mit Chaos und Zerstörung und unzähligen Opfern zusammen fassen lässt. Es ist eine Chronik übernatürlichen Leidens.

Ich will jetzt nicht sagen: Plötzlich macht es Sinn. Aber tatsächlich, wenn man sich jetzt im Rückblick die ganzen unklaren losen Fäden und roten Heringe, welche diese Serie ausgemacht haben sind unglaublich seltsam und abstrus geformte Teile eines gehirnzerfressenden Puzzles. (Und als Rollenspieler möchte man unfreiwilligerweise mehr als einmal einen Wurf auf die eigene geistige Stabilität durchführen.) Allerdings ist gerade das auch der Punkt bei der ganzen Geschichte: Es spielt mit dermaßen vielen, seltsamen Elementen, die zum Teil auf eine Art wissenschaftlich angehauchte Weise arbeiten und zum anderen dann immer wieder Elemente aufweist, die eigentlich in den Bereich von Magie passen würden, dass man eigentlich damit Rechnet, dass im nächsten Panel jemand um die Ecke kommt, der einen klassischen Talisman ins Spiel wirft. Und das ist so ein unglaublich seltsamer Mix bei der ganzen Geschichte, dass es zum Teil fast schon verständlich ist, dass die gesammte Geschichte so lange seltsam und ziellos wirkte.

Fazit

Jetzt sind wir am spannenden Punkt angekommen, der das ganze Chaos vielleicht aufklären kann. Man muss aber wohl oder übel tatsächlich den letzten Band ebenfalls mitnehmen, um dann ein Abschließendes Urteil zu bilden. (Anders passt es in diesem Fall wirklich nicht.) Denn letzten Endes ist das hier wirklich diese Form von Serialität, die man gelegentlich einfach nur lauthals fluchend in die nächste Ecke werfen möchte, um sie danach nie wieder anzusehen.

Montag, 8. Mai 2017

Rezension: John Norman: Der Krieger (Die Chroniken von Gor 1) [kindle-edition]

Cover: John Normen
Der Krieger
Die Chroniken von Gor 01
Verlag: Basilisk Verlag
Ein Autor, der einen philosophischen Hintergrund hat und eine Geschichtenzyklus, der stellenweise inhaltlich fast schon desadsche-Züge aufweist? Immer her damit! So, oder so ähnlich, müssen meine Gedankengänge um 2003/04 herum gewesen sein, als ich in einem der Internet-Foren, in denen ich damals unterwegs war, zum ersten mal etwas über John Normans „Gor-Zyklus“ gehört habe. Die Idee einer „klassischen Fantasy“-Reihe, die in gewissem Kontext BDSM-Züge aufweist, war für mich damals noch ziemlich ungreifbar, vor allen da ich noch ziemlich frisch von den ersten Eindrücken einer Lektüre Nietzsches und de Sades beindruckt war, wobei letzterer eher deswegen auf meinem Lektürestapel gelandet ist, weil ich mich durch die „Dialektik der Aufklärung“ für ein Seminar gekämpft hatte. (Etwas über ein Jahrzehnt und die gehirnzersetzenden Lektüre einiger Beispiele aus dem Bereich „Romantasy“, sowie des ersten Bandes „50 Shades of Grey“-Trilogie später, frage ich mich eher, wieso ich damals so naiv war.)
Jedenfalls war es damals fast unmöglich an Bände aus der Reihe heranzukommen. (Das Problem, dass die Bücher hierzulande nur zu großen Teilen gekürzt erschienen sind und trotzdem sofort auf dem Index landeten, sowie der umstand, dass die entsprechenden ungekürzten, englischen Veröffentlichungen deswegen hierzulande auch nicht zu haben waren, war durchaus ein entsprechend Hindernis.) Und irgendwann hatte ich den Namen „Gor“ als solchen auch vergessen, so das am Ende eigentlich nur die Erinnerung an ein paar Fetzen übrigblieb, die ein interessantes Setting zumindest versprachen.
Ich war jedenfalls sehr überrascht, als ich irgendwann im letzten Monat eher zufällig den Vorschlag für ein ebook bei einer einschlägigen Plattform erhielt, welches eine vollständige Neuübersetzung des Gor-Zyklus von John Norman beim Basilisk-Verlag versprach. (Anscheinend hat sich irgendjemand darum bemüht, die entsprechenden Bücher wieder vom Index der BPjM zu bekommen.)
Von daher: Ja, ich bin mir bewusst, dass ich hier ein Buchreihe zu besprechen anfange, die nicht ganz unproblematisch ist aus dem heutigen Kontext (der immerhin eine gewaltige Shit-Storm-Lawine der Entrüstung über das Thema Seximus in allen Bereichen später darstellt und immer wieder über ein weiteres soziales Netzwerk nachrückt.) Nein: Ich halte die Buchreihe nicht mal annähernd für Problematisch genug, um sie nicht zu lesen. (Zumindest nicht in der Hinsicht, als das man verschämt hinter vorgehaltener Hand maximal darüber reden könnte.)

Zum Setting: Gor ist ein Planet, der in etwa die Auflaufbahn der Erde teilt, dabei allerdings stehts auf der anderen Seite der Sonne sich befindet, so das dieser Planet, der gelegentlich auch als „Gegen-Erde“ bezeichnet wird, immer vor neugierigen Blicken verborgen ist.
Herrscher des Planeten sind die s.g. „Priesterkönige“, welche – zumindest wird es in diesem ersten Band so dargestellt – zurückgezogen in einem bestimmten Gebirge leben, so das sie von keinem lebenden Menschen jemals gesehen worden sind, jedoch greifen sie auf die eine oder andere Weise immer wieder sichtbar in den Verlauf der Zivilisation des Planeten ein. (Die plakative Subtilität, die dazu genutzt wird, hat den Priesterkönigen jedenfalls einen göttergleichen Status eingebracht, so das sie die zentrale, religiös verehrte Instanz der Bevölkerung Gors sind.)
Diese Priesterkönige holen stelen gelegentlich Menschen von der Erde, um sie nach Gor zu entführen, weswegen in verschiedenen Stellen der goreanischen Kultur sich durchaus marginale Einflüsse finden lassen. Technisch betrachtet ist die „Kultur“ von Gor aber dann doch das, was man als Fantasy mit sehr archaischem Einschlag betrachtet. (Konkret betrachtet: Ich war stellenweise wirklich am Überlegen, ob hier nicht ein paar von den Klischees, die „Conan“ gesetzt hat nicht letzten Endes Pate standen.) Die Bevölkerung Gors lebt zu einem wohl nicht unbestreitbaren Teil in verfeindeten Städten. Technologisch gesehen befindet man sich weitestegehnd auf einem Stand, der zwar das Schwert kennt, aber keinerlei Industrialisierung. Ein mehr oder weniger starres Kastensystem gibt den einzelnen Menschen einen Platz in dieser Welt. Übergroße Monster am Boden und in der Luft dienen als Reittiere, weswegen auch die entsprechenden Starken assoziationen mit einer ausgeprägten Barbarei da sind. (Allerdings gibt es durchaus phantastische technologische Einflüsse, die aber durch die Pristerkönige stark reglementiert werden. Das heißt, jene als Götter angesehenen Wesen haben von Anfang an einen Einfluss darauf gehabt, was genau an Technologischen Errungenschaften genutzt werden „darf“ - weswegen das Schwert die zentrale Waffe auf Gor zu sein scheint und ein Darwinismus männlicher Stärke vorherrscht. Krieger verstehen sich dennoch einem Ehrenkodex verpflichtet.)
Spannendes Element dabei ist allerdings der unterschied der Geschlechter: Männer gelten als Dominat, während Frauen eher als Besitz definiert werden. Zwar gibt es den Status der freien Frau, jedoch muss diese gewisse Repressionen erleiden. Die scheinbar Verbreitetere weibliche Rolle ist die der unterworfenen Sklavin. Effektiv gibt es tatsächlich eine entsprechende Kultur ritueller Unterwerfung von Frauen. Wenn eine Frau von einem Mann in die Knie geht und die Handgelenke mit dem Worten „Ich unterwerfe mich dir“ überkreuzt, so hat Dieser nur zwei Optionen: Die Unterwerfung zu akzeptieren, oder die Frau zu töten, da er ansonsten selbst zum Geächteten würde. Außerdem werden Sklavinnen für ihren Status gebrandmarkt und mit einem Eisenreifen, auf dem die Besitzverhältnisse erklärt werden, versehen. (Unter diesen Bedingungen betrachtet ist auch Vergewaltigung nichts per se unübliches, jedoch sollte dies nur hier am Rande noch erwähnt werden.)

Die Geschichte von „Der Krieger“ ist jetzt ein aus der Ich-Perspektive erzählter Bericht von Tarl Cabot, einem britischen Staatsbürger, der in den vereinigten Staaten von Amerika als Dozent an einem College arbeitet. Während eines in der Winterzeit stattfindenden Ausfluges in die Berge wird er durch einige seltsame Umstände von einer fliegenden, in silbernem Licht eingetauchten Flugscheibe nach Gor verfrachtet. Hier wird er in der freien Stadt Ko-ro-ba durch ein unsäglich hartes Training darauf forbereitet als Krieger im Auftrag dieser Stadt den „Heimstein“ einer anderen Stadt zu stehlen, deren Herrscher sich gerade dazu anschickt ein den ganzen Planeten vereinigendes Imperium aufzubauen und dadurch den Status Quo der unabhängig voneinander existierenden, miteinander verfeindeten, freien Städte in Frage stellt. (Hierbei muss man Wissen, dass der „Heimstein“ auf Gor so etwas wie die symbolischen Herrschaftsinsignien über einen bestimmten Herrschaftsraum darstellen. Die Eroberung des Heimsteins einer Stadt nimmt dieser Stadt also auf symbolischer Ebene deren Identität als unabhängiges Gebilde und zwingt sie in die „Sklaverei“ unter der Glagge des Eroberers. Dementsprechend ist aber auch der Verlust eines solchen Heimsteins das schlimmste, was einem Herrscher passieren kann.) Technisch sieht der Plan dann aber auch vor, dass Tarl eine direkte Verwandte des Herrschers dieser Stadt erschlägt und seine Flucht damit zu verschleiern versucht, indem er eine Sklavin, welche bereit ist sich zu opfern, deren Stelle einnehmen lässt. Jetzt kommt es allerdings dazu, dass Tarl Cabot nicht nur ein Krieger Gors ist, sondern ein Mensch von der Erde, der die Ehrenhaftigkeit der Kriegerkaste mit diversen Werten von seiner Heimatgesellschaft untergräbt und sich dadurch zu einem unglaublich dummen Barbaren mausert. Herzensgut, aber dumm. Er lässt die Sklavin verfrüht in ihrer Heimatstadt frei, stürzt sich dadurch allein auf seine Mission, was dazu führt, dass er zwar in einem tollkühnen Manöver den Heimstein der verfeindeten Stadt an sich bringt, dafür aber die etwas tolldreiste Tochter des verfeindeten Herrschers ebenfalls gleich mitschleift, weil diese sich an die versehentlich aufgeklappte Trittleiter seines Tarls (ein übergroßer, monströser Raubvogel der als Reittier genutzt wird) klammert und der Rest des Romans geht danach eigentlich nur noch darum, warum alles von da an den Bach runter geht. (Und warum trotz alledem alles irgendwie am Ende irritirenderweise „Gut“ ausgeht.)

Der Schreibstil des Geschichte ist „ordentlich“ gemacht, wenn auch stellenweise etwas dröge. Sobald man sich allerdings ersteinmal darauf eingestellt hat, lässt sich das Ganze sehr flüssig und schnell herunterlesen. (Auch wenn ich ohnehin ein Anhänger der Theorie bin, dass das deutlich schnellere „Umblättern“ der ebook-Reader den Lesefluß an sich erhöht.) Zusätzlich kommt hinzu, dass „Der Krieger“ in seiner physischen Ausgabe gerade mal über 194 Seiten verfügen soll. (Das ist für heutige Verhältnisse, wo Autoren scheinbar nicht mehr auf den Punkt zu kommen können scheinen, erschreckend wenig. Dennoch hat es einen sehr großen Vorteil: Die Geschichte an sich ist verhältnimäßig schnell durchgelesen und man hat auf diese Weise die Möglichkeit für sich zu entscheiden, ob man dem Gor-Zyklus eine Chance geben möchte.
Diese Entscheidung ist allerdings auch eher bitter Notwendig: Denn egal, wie man die Intentionen des Autors auch immer werten mag, eine Fantasy-Welt zu erschaffen, die im Kern aus heutiger Sicht insofern sexistisch ist, dass sie das heldenhaft überdramatisierte Gegenstück männlicher Dominaz und weiblicher Unterwerfung thematisiert. (Und damit eigentlich nur aus der Perspektive des Ich-Erzählers einen Unterschied zu regulärer, moderner Romantasy darstellt, welche die Rolle der passiven Frau, die als Lustobjekt benutzt wird aus der Ich-Perspektive einer Frau beschreibt, darstellt.) Bermerkt man dem Plot an seinen verwendeten Topoi doch sehr stark an, dass die gesammte Geschichte irgendwann Anfang der 70er entstanden ist. (Um das näher zu erklären: Es gibt eine Szene, wo dem „Helden“ alles genommen wird und dann Anschließend der Dieb zu einem nur marginal späterem Zeitpunkt dem Helden wieder über den Weg läuft, allerdings ohne dessen Ausrüstung, weil Unfähig das entsprechende Reittier zu bedienen. Ganz zu schweigen, wie Zufällig dann die Wiederbeschaffung der verloren geglaubten Ausrüstung ausfällt. Das ist als Trope in den 90ern so ausgelutscht gewesen, dass man das Stilmittel in den Kurz-Krimis von Tageszeitungen als Rauswerfer-Pointe nutzte. Hier allerdings ist es tatsächlich noch dermaßen „Frisch“ von der Idee her, dass man es irgendwo Mitten in der Geschichte einsetzt, um große Teile des weiteren Plots überhaupt erst in Gang zu bringen.)
Und dann wären da noch die Figuren selbst, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob da nicht bereits das „ironische“ der Hipster-Bewegung irgendwie vorweg genommen worden ist. Sicher: Allein die weibliche Haupt-Nebenrolle erfüllt alle Bedingungen, um eine Verfilmung des Buches theoretisch eine USK ab 18 zu verpassen. (Nach der Devinition: Jeder kriegt das Mädchen.) Aber auf der anderen Seite: Der männliche Protagonist ist auf eine dermaßen männliche Weise dämlich, das man sich manchmal wirklich fragt, warum sich patriachale Strukturen historisch durchgesetzt haben. Wir haben hier zwar einen Barbaren und Überkrieger, der im Kampf – trotz mangelnder Erfahrung von x Jahrzehnten, ehe er zum ersten mal nach Gor kam – einfach jeden noch so erfahrenen Kämpfer kurzerhand in die Tasche steckt. Dafür ist dann aber besagte weiblichen Nebenhauptrolle so charakterisiert, dass sie trotz aller Sterotype des „schwachen Geschlechts“ sämtliche Register auf eine Weise ziehen kann, das sie den anfangs noch verhassten Helden nicht nur an mehreren Stellen irgendwie das Leben rettet (oder durch ihr verhalten indirekt dazu beiträgt, dass er glänzen kann), sie spielt sogar ungemein clever mit den jeweils etablierten Konventionen, die für das Setting und die Rolle der Frau in diesem stehen, das sie selbst ebenfalls in gewisser Weise mit heiler Haut davonkommen kann. (Was zwar indirekt dann auch wieder mit der männlichen Heldenhaftigkeit des männlichen Protagonisten zu tun hat, aber den dann wiederrum bei mir als Leser in einem noch lächerlicherem Licht stehen lässt.) Insgesamt muss man sich also wirklich darauf einlassen können, dass hier mit einem Haufen schlechter Klischees nur so um sich geworfen wird, was eine archaische, männliche-dominaten Barbaren-Welt betrifft.

Fazit

Ich spreche hier keine Empfehlung aus, auch wenn mich das Buch sehr unterhalten hat. Die Geschichte ist aus meienr heutigen Perspektive dafür einfach zu stupide stellenweise aufgebaut, als das ich mir wirklich sicher bin, ob das was ich über das Fandom des Gor-Zyklus mittlerweile weiß, nicht eher ein Missversätndnis der mögliche Aussage der Geschichte ursprünglich war. Es ist jedenfalls interessant zu sehen, dass wenn in irgendeiner Weise eine sexuelle Konnotation mit phantastischen Elementen auch nur ansatzweise Vereint wird, die jeweiligen Bedürfnisse der etweigen Ziegruppen gar nicht mal soweit voneinader entfernt sind. (Auch wenn die weibliche Zielgruppe der Romantasie anscheinend eine deutliche explizitere Ausformulierung des eigentlichen Aktes zu bevorzugen scheint.) Insofern ist das hier eine unglaublich Klischee-Überladene Story, voller aus heutiger Sicht unglaublich unüberzeugender Tropes.

Und auch wenn der Mann eigentlich als der Held dargestellt ist: Irgendwie finde ich hier die darstellung der weiblichen Figur um ein fielfaches spannender.  

Montag, 1. Mai 2017

2017: Das Stapeln schlägt zurück.


Teddy hat einen Fehdehandschuh geworfen und ich habe ihn aufgepickt. Okay... das klingt jetzt alles sehr Melodramatisch, aber eigentlich ist dieser sehr saloppe, nicht all zu Ernst gemeinte Satz aus einem einzigen Grund die Einleitung: Es dreht sich hierbei um ein Thema, dass fast so alt ist, wie unserer gemeinsame Zeit in der Bloggerspähre. Arkanil hat irgendwann mal einen Haufen unbespielter Abenteuerbände für DSA aufgestellt und das Ging dann Rund. Teddy hat das Thema aufgegriffen, und seinen Vergleich zu den entsprechenden Grundregelwerken aufgestellt, die seine Sammlung zum damaligen Zeitpunkt ausmachten. Ich hatte ebenfalls einen Beitrag mit der damals mir zur Verfügung stehenden Kamera verbrochen udn dabei festegestellt, dass meine Küchenlampe viel zu niedrig hängt. (Zumindest für meine Sammlung unbespielter Grundregelwerke.)
Nur hatten Teddy und Caninus in den letzten Jahren ein paar Entwicklungen durchgemacht, die es für die Beiden in einem sinnigeren Kontext brachte bestimmte "Stapelvarianten" zu posten, als es bei mir machbar gewesen wäre. Jetzt hatte Teddy aber mal die geniale Idee, bei der er definitiv brillieren konnte, während ich ein wenig im Hintertreffen stecke. (Das Ziel, meine RSP-Sammlung einmal durchrezensiert zu bekommen, ist zwar auch bei mir in der Planung, aber aktuell noch nicht wirklich durchgeführt/realisierbar.)
Das frustrierende bei diesem erneuten Stapel ist halt eben letzten Endes der Gedanke, dass das schreiben von Rezensionen ganz am Anfang das war, was mich überhaupt in die Bloggospähre gebracht hat (und was neben einigen anderen Gründen auch meine direkte Verbindung zu den Neuen Abentern mitgebildet hat.) Infernal Tedday, Caninus und Ich waren halt damals Teil des Rezensionsteams bei den Blutschwertern und irgendwann kam halt die Frage, ob ich mich irgendwie an deren neuem Projekt beteiligen wollen würde.
Naja, indirekt hat Teddy auch ein wenig Einfluss auf diesen Blog hier gehabt. Der regelmäßige Veröffentlichungsrythmus war ein Ratschlag von ihm und mein Beitritt zu dem RSP-Blogs-Netzwerk hatte er auch mehr oder weniger herbeigedrängt, nachdem ich mich aus verschiedenen Gründen sehr davon geziert habe. (Allerdings muss man dabei auch sagen, dass ich wohl gegen Ende dann doch das Richtige nach all dem Zögern gemacht habe.)
Fakt ist: Der eine schafft einen überragenden Haufen Rezensionen an Rollenspiel-Produkten, bei mir tauchen gelegentlich immer wieder unterschiedliche Videos auf. (Und ich habe den Comic-Bereich auf neue Abenteuer dafür größtenteils mitaufgebaut. ^^ )

Tja, schauen wir einfach mal, was die Zukunft bringt. Da muss doch was zu schaffen sein.


Edit:

Ähm... wo ich gerade nochmal über die Frage nach der Liste gestolpert bin, die mir ja Quasi schon fast angedichtet wird:


  • Erdenstern - Into the light
  • Erdenstern - Into the white
  • Erdenstern - Into the grey
  • Vampire City
  • Don't rest you Head
  • Barbarians of Lemuria
  • Robin D. Laws: Gutes Spielleiten
  • Itras By
  • Dungeonslayer Caera-Kampagnenbox
  • Handbücher des Drachen: Spielleiterwillkür
  • Malmsturm: Die Fundamente
  • Andreas Walters: Baby Bestiary
  • Labyrinth Lord: Schatten über Dolmway
  • Labyrinth Lord: Drachen über Larm
  • Labyrinth Lord: Die Larm Chroniken
  • Labyrinth Lord. Herr der Labyrinthe: Ein klassisches Fantasy-Rollenspiel um Labyrinthe, Monster und Magier (GRW)
  • Paranoia. Troubleshooter
  • Space 1889 Grundregelwerk
  • Maid the Role-Playing-Game
  • Pathfinder-Modul: Spiel der Türme
  • Pathfinder Monsterhandbuch II

Montag, 24. April 2017

Küchenverwüstung Singlestyle: Halava (Karneval der Rollenspielblogs)




Herzlich willkommen bei „Küchernverwüstung Singlestyle“, einer neuen Rubrik auf diesem Blog, die eigentlich als Video-Projekt für Youtube schon etwas länger in meinem Geist rumspukte (und vor allem aufgrund an mangelnder Technik dort auch nicht verwirklicht wurde), die blut_und_glas jetzt aber mit dem aktuellen Thema des Karnevals der Rollenspielblogs heraufprovoziert hat.
Worum solls gehen? Ich teste gerne gelegentlich neue Rezepte aus, einige davon auch auf Tauglichkeit für die eigene Rollenspielrunde (Sprich: Meine Mitspieler sind auch meine Versuchskaninchen) und einige Dinge stellen sich dabei als geeigneter raus, als andere.

Und da das diesmonatige Thema ganz explizit sich um süße Sachen dreht, komme ich wohl nicht darum, etwas aus diesen Analen rauszukramen und entsprechend zur Verkostung zur verfügung zu stellen. Meine Wahl traf dabei auf Halava. Nein, bevor ihr gleich abhaut: Es geht nicht um türkischen Honig. (Halva) Ich kann zwar verstehen, dass die entsprechenden Assoziationen da sind, handelt es sich hierbei ja um den gleichen Wortstamm, allerdings muss man dabei ein wenig wissen über die Herkunft des Gerichts preisgeben. Halava stammt ursprünglich aus der indischen Küche und beschreibt dort als Sammalbegriff eine ganze Reihe unterschiedlicher Süßspeisen, die in der Regel eine Zutat miteinander verbindet: Hartweizengrieß. (Etwas was wir in der deutschen Küche also eher mit deftigen Dingen in verbindung bringen.) Und technisch reden wir hier eigentlich gerade um etwas, dass in der indischen Küche als warmer Brei gegessen wird, allerdings eine sehr feste Konsistenz annimmt, wenn man es abkühlen lässt. Und dieser Zustand ist dann für mich wieder interessant, weil man damit ein paar Spielereien anstellen kann, sofern man einen Eiskugel-Kratzer zur verfügung hat.
Ich persönlich bin dem Ganzen irgendwann in Köln während eines s.g. „Ratha Jatra“ zum ersten mal begegnet. (Jemand hatte mich damals mitgenommen.) Und erst deutlich später hatte ich dann über Umwege das entsprechende Rezept identifiziert und versuchsweise einer meiner damaligen Runden in Münster kredenzt.

Doch fangen wir doch erstmal mit den Sachen an, die ihr auf der Einkaufsliste stellenweise braucht.

Die Unausweichliche Einkauforgie
Den Zutaten.

¾ l Wasser
225g Zucker
½ TL geriebene Muskatnuss
35 g Rosinen
200g Butter
225g Hartweizengrieß
35g gehackte Walnüsse

Vorbereitung:
Hackt zuallererst die Walnüsse klein. Ihr werdet später keine Zeit mehr bei der Zubereitung dafür finden. (Falls ihr da schon fertige Sachen gefunden habt. Um so besser. Fragt sich nur woher?)
Anschließend gebt ihr Zucker und Wasser in einen Topf und bringt das ganze zum Kochen. Sobald ihr den Zucker durch umrühren aufgelöst habt gebt die Rosinen und die Muskatnuss zu dieser Lösung und lasst das ganze einfach bei niedriger Flamme vor sich her köcheln.

Den Anfang machen Wasser, Zucker & Butter

In einem anderen Topf (der nach Möglichkeit größer sein sollte als der, in dem ihr gerade einen süßen Sud produziert) lasst ihr jetzt die Butter zerlaufen. Sobald das geschehen ist kippt den Hartweizengrieß hinzu und die nächsten 10 Minuten seid ihr mit einem Holzkochlöffel damit beschäftigt das Ganze bei mittlerer Flamme umzurühren. (Der Grieß muss das Fett aufnehmen.)
Sud und Grieß
Nachdem das vollbracht ist kippt ihr die süße Flüssigkeit zu dieser Fettmasse. Denkt dabei immer schön daran umzurühren. Als letztes kommen dann noch die Walnüsse hinzu, die ihr (wer hätte es gedacht) ebenfalls kräftig unterrühren müsst. Gerade hier bietet das Unterrühren mehrere Funktionen. Zum einen helft ihr dem Grieß dabei die Flüssigkeit aufzunehmen. Zum anderen wird der Halava dabei aber auch immer wieder aufgelockert, so das sich nach Möglichkeit keine Klümpchen bilden. (Ich weiß: Das geht stellenweise in die Arme, aber das Ergebnis lohnt sich.)
Kleingehackte Walnüsse nicht vergessen
Wenn ihr mit dem endergebnis halbwegs zufrieden seid, gönnt der Masse so etwas 5 Minuten zum abkühlen und haltet ein Gefäß bereit, in das ihr das ganze umfüllt. Wie gesagt: Man kann das Ganze zwar durchaus Warm genießen, allerdings bietet sich Halava gerade abgekühlt ebenfalls sehr gut an, weil es dann Fest geworden ist. (Allerdings macht sich eine Umfüllung schwierig, wenn dieser Zustand erreicht ist.) Anschließend dann einfach Potionsgerecht in kleinen Glasschälchen servieren. (Es bietet sich hier ein Eiskugel-Kratzer an, weil der dem ganzen noch etwas Form geben kann.)

Einfach alles unterrühren, bis es stimmt.
Ach ja. Zeit ist ja immer so eine zentrale Frage heutzutage. Rechnet mal mit etwa 25 Minuten, bis alles fertig ist.

Einfach und schnell servierfertig, ohne viel klimbim.

Montag, 17. April 2017

Rezension: Mhaire Stritter: Spielleiterwillkür. Richtig Spielleiten (Handbücher des Drachen)

Cover: Spielleiterwillkür
von Mhaire Stritter
(Handbücher des Drachen)
Verlag: Ulisses Spiele
Ein Bisschen zur Erklärung der Reihe: „Die Handbücher des Drachen“ sind als Konzept entstanden, nachdem Ulisses Spiele „Die Handbücher des Kobolds“ aus dem amerikanischem Übersetzt hatte. (Und dabei einiges an Schelte einkassierte, weil sie bei der Setzung anscheinend eine Schriftgröße verwendet haben, die eher in Richtung 8 oder noch geringer tendierte, so das die Schriftstücke allerhöchstens in PDF-Form lesbar wurden.) Der Drache ist deswegen hier namensgebender Patron geworden, weil das Maskottchen von Ulisses eine eben solche, feuerspeiende Echse ist.
Spielleiterwillkür von Mhaire Stritter ist dabei einer der beiden Hardcover aus diesem Triptichon, welches sich aus der Sicht deutscher Autoren mit dem Thema „Theorien über das Rollenspiel“ beschäftigt. Auf insgesamt 160 Seiten breitet Mhaire, welche innerhalb der deutschen Szene als das Gesicht von Orkenspalter TV bekannt ist, ihre Sichtweise auf das Thema Rollenspiel aus ihrer eigenen Sichtweise aus. Ergänzt wird das durch Kommentare Seitens unterschiedlicher „namhafter Personen aus der deutschen Rollenspielszene“. Namentlich sind das: Oliver Hoffman, einer der Gründer des Verlages Feder & Schwert, sowie der Erfinder von Engel. Moritz Mehlem, selbsternannter Old-School-Papst und begründer des Gratis Rollenspieltages. Michael Minger, Stellvertretender Verlagsleiter von Ulisses Spiele, ehemaliges Gesicht von DorpTV und eine von zwei Stimmen des DorpCasts. Andreas Gruner, der aus der Nadurion-Community stammt, einer Fan-Site über DSA. Außerdem gibt noch Heinz Featherly, misantrophe Plüsch-Eule und in seiner Funktion als Running Gag Maskottchen von Orkenspalter TV seine göttergleichen Weisheiten von sich. (Böse Zungen würden behaupten, dass die zweite Hälfte von Orkenspalter TV, Nicolas Mendrek, einfach nur in den Kommentaren rumtrollen wollte.)
Um erklären zu können, warum es sich bei Spielleiterwillkür handelt, macht es wohl am ehesten Sinn zu schreiben, worum es sich bei dem Buch nicht handelt: Es ist keine methodische Abhandlung über typische Werkzeuge des Spielleitens, welche von eine wie auch immer gearteten theoretische Basis unterfüttert wurde.
Mhaire Stritter geht – mit der Ansicht über die Jahre sehr viel aus ihren eigenen Fehlern als SL gelehrnt zu haben – in diesem Buch weitestegehend Anekdotisch und Unterhaltsam auf unterschiedliche Themen ein, welche die Methode des SL-Jobs betreffen, immer unter der Prämisse, dass sie hier ihren eigenen Spielstil, den sie als stärker narrativ und eher regelleicht geprägt umschreibt, für ihre Sichtweise heranzieht. (Aus diesem Grund sind die anderen Kommentatoren in dem Buch vertreten, welche die von Mhaire gestellten Thesen unter einer anderen Prämisse mit ihren eigenen Erfahrungen entsprechend abgleichen und dabei jeweils sich kritisch äußern dürfen.)
Und das ist auch schon ein sehr zentraler Punkt, den man sich vor Augen halten sollte: Was hier vorkommt ist zwar durch die Bank weg sehr stark idiologisch aus einer äußerst subjektiven Perspektive eingefärbt, allerdings sind sämtliche Personen, die an dem Buch mitgeschrieben haben vom Tonfall her zivil. Es gibt zwar durch die Bank weg wiedersprüche, aber keinerlei Schläge unterhalb der Gürtellinie. Jeder beteiligte – mal Abgesehen von Heinz – ist sich hier der Tatsache bewusst gewesen, das seine jeweilige Position ersteinmal nur für die jeweils eigene Person gegolten hat. (Das heißt, dass es durchaus an mehreren Stellen Formulierungen wie „es ist für mich unverständlich, dass ...“ gibt, aber halt eben immer mit den entsprechenden Argumenten unterfüttert, wenn notwendig, warum man für sich selbst die entsprechende Position so vertritt. Was ungeheuer erfrischend ist, wenn man vergleichbare Ansätze über ein Jahrzehnt in diversen deutschsprachigen Foren verfolgt hat, in denen dann sehr schnell die jeweilige Person angegriffen, aufs übelste Beschimpft und/oder auch indirekt bedroht wird. Der Inhalt der Kommentare passiert tatsächlich auf Augenhöhe.)
Und bevor wir uns Mißverstehen: Natürlich wird hier einiges über manche Werkzeuge besprochen, auf die man als SL zurückgreifen kann. Allerdings ist das eher über Themen geschrieben, die mehr auf den Aspekt eines „Woher Ideen nehmen“ als „Wie methodisch einen Plotaufbau planen“. (Wer also eher die grundtheoretische Methodik einen Relationship-Mappings oder ähnlichem erwartet hatte, sollte eher zu den Üblichen Verdächtigen von Dominik Wäsch oder Robin Laws greifen.) Das Buch kommt daher vollständig aus der Praxis heraus. (Was nicht heißen soll, dass die theoretischen Abhandlungen nicht auf praktischer Erfahrung aufbauen würden. Mhaires Art über Dinge zu schreiben ist nur mit einer gänzlich anderen Zielsetzung aufgebaut, die halt eben mehr den Handwerklichen Touch aufweisen.) Und für diesen Ansatz passt auch der anektdotische Ansatz wurderbar, auf den immer wieder zurückgegriffen wird um aufzuzeigen, wie man aus den entsprechenden Fehlern, die man selbst bauen kann, eventuell für die Zukunft etwas lernen könnte. (Insbesondere kann das auch bedeuten, dass man machmal einen gewissen kleineren Umschwung in der Basisplanung einbringen sollte, weil mittlerweile zu offensichtlich und voraussehbar ist, was jetzt wirklich das eigentliche Ziel an der ganzen Sache war.) Und gerade das macht das Buch so unglaublich sympathisch.

Zur optischen Gestaltung: Das Cover, welches eine (mMn) sehr Magierlastige, stark an Pathfinder erinnernde, Abenteurergruppe zeigt, die sich einem Angriff von Untoter stellt ist Handwerklich durchaus ansprechend gestalltet. Irritierend bei der ganzen Sache ist nur, dass man gerade Mhaire eher mit dem Rollenspiel „Numenera“ verbidnet und daher eher etwas in die Richtung erwartet hätte. (Ulisses als Herausgeber der ganzen Geschichte hin oder her.) Der Grund bei dieser Sache ist wohl, dass bestimmte „Dankeschöns“ des Crowdfundigs tatsächlich einzelnen Personen die Möglichkeit eröffneten ihre Abenteurergruppe an SCs auf dem Cover zu verewigen. (Gleiches gilt für die Illustrationen im Buch, was dazu geführt hat, dass ich meine Daniel Neugebauer von System Matters wiedererkannt zu haben.) Der Rest sind dann diverse, zu den jeweiligen Stellen passende Fotografien, welche zu einem Großteil den Videos der Orkenspalter entnommen worden ist.) Das passt zwar alles, ist aber zuweilen – wie im Beispiel des Covers – auch ein wenig kontextuell hochgradig irritierend.

Fazit


Viel mehr als das, was ich oben gesagt habe kann man eigentlich gar nicht zu dem ganzen Schreiben: 160 Seiten voller SL-Tipps mit der anekdotischen Note. Das ganze ist keine theoretische Abhandlung über die Methodik, weißt aber trotzdem auf eine ganze Reihe sehr praktischer Methoden hin. Und das alles in einem sehr unterhaltsamen Schreibstil verfasst. Das begeistert zwar sicherlich nicht jeden, bietet aber durchaus genügend Stoff für alle möglichen interessierten Leute an, um einen Blick wert zu sein. Ich bereue die Ausgabe jedenfalls nicht.

Montag, 10. April 2017

Von der Performativität des Spiels

„Wenn man aufsteht heißt es Larp.“, ist ein vielgescholtener Ausspruch, der mir schon einige Male in dieser oder anderer Formulierung im Netz begegenet ist. Die Basis-Idee dahinter ist, dass es sich beim Rollenspiel in seiner Pen&Paper-Umsetzung im Grunde um eine Brettspielvariante handelt. Das heißt die entsprechende Runde sich um einen Tisch versammelt hat und wie an Gewichten auf den Sitzflächen der jeweiligen Stühle hängen bleibt. Das ist durchaus eine legitime vorgehensweise, aber sie es gibt auch ein paar Argumente, die für eine andere Vorgehensweise sprechen.
Die Basisüberlegung ist eine Idee, die aus der frühen Schule der philosophischen Antropologie stammt und sich in dieser Form bis in die heutige Theorie der Performance-Kunst rübergerettet hat. (Man bemerkt also mal wieder: Der Vorwurf, dass ich Kunst-Theorie in vielen Bereichen auf unser Hobby übertrage ist absolut gerechtfertigt. ;) )

Aber ich schweife ab. Der Punkt, um dem es mir hier geht, ist der, wie unsere Wahrnehmung als Menschen letzten Endes funktioniert. Grundsätzlich gilt für jeden Moment, den wir erleben, dass dieses Erlebnis nicht nur einfach eine Wahrnehmung von Reizen der einzelnen Sinne ist, sondern Zeitgleich eine reflektion unserer eigenen Körperlichkeit innerhalb eines Raumes darstellt, den wir performativ erfahren. Der Begriff des Raumes ist innerhalb dieser Sichtweise ein Ort, den wir durch unsere körperliche Bewegung überhaupt erst erfahren. Im normalen Alltag bedeutet das, dass wir uns zum Beispiel durch einen langen Gang bewegen und in dem Augenblick, wo wir um eine Ecke biegen zwar immer noch am selben Platz sind, an dem wir schon die ganze Zeit unterwegs wahren, auf der phänomenologischen Ebene aber mit einem mal ein gänzlich anderes Erlebnis erfahren. Insofern haben wir dadurch, dass wir durch unseren Körper einen anderen Bezugspunkt innerhalb des Raumes eingenommen haben, ein verändertes Erlebnis geschaffen. Das wird für diesen Artikel insofern ziemlich zentral, weil sich meine Überlegungen hierbei um ein paar Faktoren innerhalb der regulären Gruppendynmik drehen, die mir über die letzten Jahre immer wieder mal aufgefallen sind. Jetzt gebe ich offen zu, dass ich eher eine introvertierte Persönlichkeit bin. Ich tendiere dazu, über Dinge vielleicht einen kleinen Moment länger nachzudenken. Allerdings geht es nicht nur mir so. Viele meiner Mitspieler haben über die Jahre immer wieder ihre Worte sehr genau in gewissen Szenen zurechtgelegt. Und gleichermaßen wird dann gelegentlich darüber OT beratschlagt, was man in einer solchen Situation denn bitte erwidern soll. Das solche Momente vollständiger Downtime nicht unbedingt Immersionsfödernd sind, sollte offensichtlich sein. Und gerade weil solche Faktoren gelegentlich ungeheuer nerfend sind, fangen manche SLs an Methoden anzuwenden, um einen gewissen Druck zu erzeugen. (Eines der bildhaftesten Beispiele von dem ich gelesen habe war, wie ein SL OT eine Sanduhr auf dem Tisch aufstellte um damit den realen Zeitramen zu symbolisieren, den die Charaktere hatten, um einen wichtigen SLC davon zu überzeugen, ihnen nichts schlimmes anzutun.) Diese Form von Druck kann ein brauchbarer Faktor sein, hilft aber wenig dabei um wirkliche Dynamik in die Situation zu bringen, wie sie bei dem von mir aufgezeigten Beispiel eher zu einem spontanen Blackouts führen, in denen die Spieler überhaupt nicht mehr wissen, was sie jetzt eigentlich tun sollen (oder würden).

Und das alles nur, weil man in diesem Fall ein ungeschriebenes (geschweige denn jemals ausgesprochenes) Gesetz einer „Komfort-Zone“ annimmt. Sprich: Wir nehmen uns von Anfang an die Option einer wesentlich natürlicheren Reaktion, weil wir davon ausgehen, dass sich irgendjemand zu wenig verhätschelt fühlt, wenn man die Situation durch körperliche Aktionen noch einmal greifbarer macht. Nur damit das klar ist: Mir geht es nicht darum, dass ihr mit einem mal damit anfangt eure Mitspieler wirklich physische Gewallt erfahren zu lassen. Viel eher geht es darum, dass körperliche Nähe und verschiedene Gegenstände, die in dem Raum zwischen zwei Körpern eingesetzt werden, eben dabei helfen können, ein klareres Bild zu erzeugen, was der Charakter gerade tatsächlich erlebt. (Und darauf dann aufbauend eine sehr spontane Reaktion erfahren zu lassen.)

Nur um ein Beispiel zu nennen: In meiner derzeit theoretisch noch existierenden „Werwolf: The Apokalypse“-Runde (in der ein Mitglied meiner alten Vampire-Live-Domäne die SL macht) hatte meine Ragabash Mik und eine der SLC Selene, von der Bekannt ist, dass sie den Garou nur Feindlichkeit gegenüber aufbringt eine etwas kritische Unterhaltung gehabt. Bei diesem Gespräch hatte Selene einen bestimmten Wutfaktor von Mik getriggert, die sich darauf in die Glabro-Form verwandelte und auf den SLC bedrohlich zuging. Selene zückte darauf hin ein Messer und hielt es Mik direkt an die Kehle. Der Punkt bei der Sache war, dass ich in dem Augenblick, wo sich Mik verwandelte, aufstand und auf unsere SL zuging, die mir daraufhin den Stil eines Löffels tatsächlich an die Kehle hielt. Und dadurch haben wir das Gespräch mit einer entsprechenden „Pattsituation“ zwischen den beiden Charakteren gereizt zu Ende geführt. Jedoch war das Erlebnis für alle beteiligten in dem Moment deutlich griffiger und vom Erlebnis her intensiver. (Zugegeben: Durch den gemeinsamen Vampire-Live-Hintergrund hatten sowohl SL als auch Ich ein gewisses Zusammenspiel in dem Berich bereits entwickelt. Wir kennen uns entsprechend gut und wissen auf wir uns halbwegs mit dem anderen einzustellen haben. Nur hatte unsere SL von Anfang an diesen wesentlich performatiferen Ansatz in dieser Runde eingeschlagen. Von daher waren die beiden Anderen nicht überrascht, konnten aber trotzdem sehr viel aus dieser speziellen Szene mitnehmen. Vor allen Dingen weil in diesem speziellen Fall auch Zeitgleich eine besondere Information über meinen Charakter Preis gegeben wurde, den ich bis dahin unter Verschluss gehalten hatte. Außer unserer SL gegenüber natürlich, die zu dem Zeitpunkt schon die eigentliche „Dramaepisode“ mit mir längst ausgespielt hatte.)

Zugegeben: Eine derartige Vorgehensweise funktioniert vermutlich weniger Gut, wenn man … na, nennen wir es mal „Ergebnisorientiert“… vom Spielstil her vorgeht und den Fokus weniger auf die Charaktere gesetzt hat. (Also tatsächlich eher in die brettspielhafte Richtung tendiert.) Jedoch harmonisiert es deutlich gut, wenn man eh eher narativ oder, noch besser, Methodactorhaft unterwegs ist. Denn der Punkt bei der Sache ist ohnehin immer das geliche Problem: Dadurch das wir kein genau komponiertes Bild durch die Methode des Sceneframings erzeugen können, sondern das Kopfkino bei jedem Spieler anders abläuft, genauso wie jeder Spieler das innere Bild eines Charakters aus anderen Versatzstücken, die er kennt, zusammenbaut, ist es auch durch reines Beschreiben sehr schwierig zu vermitteln, wie die Dynamik einer Szene letzten Endes abläuft. Indem wir allerdings mit einem mal tatsächlich eine performative Komponente ins Spiel mit einbringen wird das Kopfkino deutlich gezielter in einen halbwegs einheitlichen Vorstellungsraum gebracht. In der Vorstellung der einen Person hält gerade Meridia aus den Highlands die Klinge an die Kehle von Angelina Jolie, in der des anderen sind es Melissa McCarthy und eine junge Sigourney Weaver. Und bei dem anderen sieht der entsprechende Ort aus wie die Krippe, die man seid Jahren unter den Weihnachtsbaum stellt, während der andere einen Stall von dem Ponyhof assoziiert, an dem er als Kind immer Urlaub gemacht hat. Nur: Die Konstellation in der Dynamik der beiden Charaktere zueinander ist deutlich plastischer und eindeutiger.

Und das ist halt eben der entsprechende Vorteil bei der ganzen Sache: Wir stehen in jeder Situation im Spiel immer in einer gewissen Konstellation von Verhaltensregeln, die wir mal mehr und mal weniger eindeutig verinnerlicht haben. Und die, dadurch das wir uns in einer fiktiven Gesellschaft bewegen noch einmal anders ausgeartet werden können. Sprich: Die Frage, wie man letzten Endes auf einen bestimmten Zusammenhang reagiert, bleibt in jeder dieser Situationen offen und muss jedesmal erneut für sich beantwortet werden. Angesichts der künstlichen Situation innerhalb der Runde am Spieltisch kann es dabei aber zu verzögerungen kommen, weil man einfach innerhalb dieser ganzen Aktion blockiert.


Wir sind aber Wesen, deren kompletter Erfahrungshorizont aus Bewegung innerhalb eines Raumes entspringt. Und das bietet die Situation am Spieltisch durchaus auch. Zwar in einem deutlich reduzierterem und abstrakterem Raum, aber sie ist vorhanden. Und es ist (zumindest mir) ziemlich unklar, warum man diese Möglichkeit nicht nutzen sollte.