Montag, 11. September 2017

Rezension: Akihisa Ikeda: Rosario + Vampire Season II Band 14

Cover: Akihisa Ikeda
Rosario + Vampire
Season II Band 14
Verlag: Tokyopop
Der letzte, abschließende Band also: Letzten Endes beginnt alles mit dem einen, alles aufbrechendem Knall. Das Hauptquatier von Fairy Tale knallt inmitten einer eigentlich vielbewonten Stadt auf den Boden und in bester Kaijū-Manier stampft der unkontrollierbare Körper von Alucard durch die Gegend. Wie sich allerdings auch weiterhin herausstellt, ist dieser genaue Ort bereits Präpariert worden, um einen letzten Kampf gegen dieses spezielle Monster überhaupt erst möglich zu machen. (Der Zeitgleich der Welt offenbart, dass die Yokai existieren.) Aber das sei nur am Rande erwähnt: Die menschliche Gesellschaft wird hier zwar thematisiert, aber halt eben nur als Reaktionen am Spielfeldrand. In der Geschichte dieses Bandes kommen letzten Endes vom Hauptaspekt her drei Faktoren ins Spiel: Die verbliebenen Herrscher des Jenseits, Tsukunes Holy Lock und Alucard selbst.
Im Grunde erleben wir in einem Anfall von unglaublichem Unfugs den herzzerreißenden Moment, wie Tsukune Moka endgültig seine Liebe gesteht, wir haben einen letzten Rückblick auf die Vergangenheit von Akua, die ihre Schwester Jasmin anscheinend immer noch nicht überwunden hat… tja und dann sehen wir noch, wie Tsukune sein Holy Lock öffnet und sich für Moka dadurch opfern will. (Nur halt eben, dass das Holy Lock von Anfang an einen ganz anderen Zweck hatte, als man bis hierhin dachte.)
Zeitgleich nehmen alle drei Herrscher des Jenseits ihre Wahre Form an und bringen ein finales Opfer. Und in der Zwischenzeit jagt Alucard weltweit Monster aus seiner DNS durch die Straßen und feiert dabei seinen eigenen Meisterplan, der letzten Endes auf die gemeinsame Vergangenheit zwischen Ihm und Akasha Bloodriver zurückzuführen ist.
Ich muss wohl nicht unbedingt sagen, dass das Ganze mit einem großen Deus Ex Machina-Mäßigem Opfer sich auflösen lässt. (Wobei Deus Ex Machina hier nicht wertend zu verstehen ist. Es beendet hier nur eine Situation, die man so wie sie von Anfang an aufgebaut wurde, nicht anders hätte lösen können. Ja, es ist ein wenig … zu sehr Zuckwatte im übertragenem Sinn, aber halt eben eine Lösung.)
Jedenfalls endet alles extrem Melodramatisch und unter tränen, auch wenn der eigentliche Abschluss nochmal ein kurzer Epilog ist: Tsukune, der jetzt ebenfalls ein waschechter Urvampir ist, hat in gewisser Weise die Rolle des Rektors über die Yokai-High vererbt bekommen. (Allerdings ist er für diesen Job noch nicht soweit und muss entsprechend den Rest seiner Ausbildung noch zu Ende bringen.) Zeitgleich erfährt man, dass scheinbar ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wurde und dies scheint niemand anderem als Mokas Vater zugesagt worden zu sein. (Und natürlich ist auch dieser Mikroplot nichts anderes als reine Ablenkung.) Eigentlich geht es hierbei darum, einen letzten Blick auf die Yokai-High zu werfen, in der das Setting wieder auf den StatusQuo reduziert wurde. Tsukune ist die ewige Blutbar für Moka und der Rest des Harems versucht in der Zwischenzeit verzweifelt sein Herz für sich zu gewinnen. Totales Chaos also.

Das ganze ist dermaßen abstrus konstruiert, dass dieser Band wieder ins Bild passt. Also in das Bild, was die letzten Bände seid einer ganzen Weile zur Durststrecke gemacht haben, aber der Knall mit dem dieses „Kartenhaus“ von einer Story in sich zusammenbricht stimmt einen irgendwie auf eine fast schon melancholische Weise versöhnlich, weil hier am Ende tatsächlich nochmal auf die Unbeschwertheit des Anfangs zurückgegriffen wird.

Fazit

Mir fällt gerade eine Tatsache auf: Innerhalb meiner gesammten Rezensiererei in den letzten Jahren ist das hier tatsächlich die Erste Comic-Reihe, die ich vollständig abschließen kann. Manche laufen noch, bei anderen fehlen ein paar Bände, eine Rezensionsreihe habe irgendwann abgebrochen aus Gründen, etc. Doch hier stehe ich tatsächlich vor dem letzten Band einer Reihe, die ich mehr oder weniger konsequent durchgezogen habe was die Anschaffung und das anschließende Teilen meiner Gedanken hier auf dem Blog betrifft. Von daher wollen wir mal anstelle eines üblichen Fazits zu dem Band nochmal ein paar Überlegungen zur gesammten Serie machen. Ich kannte aus einer anderen Quelle damals bereits den Namen „Rosario + Vampire“ als Marke in der Filmform, als ich einen speziellen Grund im tradierten „Vampire in den Medien“-Ausklang meiner damaligen Vampire-Live-Domäne „Chronik Schattenspiel“ bekam, um mich gezielt mit dem Druckformat der Geschichte auseinandersetzte. Der Punkt war damals, dass ich zwar den Namen „Harem“-Genre schon kannte, aber in der Form noch keinen wirklichen Vertreter dieser Geschichtenerzählung konkret kannte. Was mich an der Geschichte zuerst festhielt war der Umstand, dass alles sehr leichtherzig, ironisch aneinandergereihte Wahnsinn war, den man in dieser Form vermutlich nicht aus europäischen Federn finden kann. Es ist klar, dass aufgrund der Shonen-Zielgruppe hier sehr viel Aktion enthalten war, aber halt eben mehr auf dieser Hochgradig jugendlichen Ebene, die halt das Schulsetting mit sich bringt. Es ging – zumindest in der ersten Season der Geschichte – nicht um die Tatsache, dass es sich hier um eine Welt der Monster handelte. Es ging viel mehr darum, dass hier eine Schule voller Monstern existiert, die sich als eine Karikatur auf die reale Welt verstand. Die Monster versuchten die Menschen nachzuahmen und wirkten zusätzlich dazu auf eine hochgradig absurde Art pubertär-Normal. Zwar gab es immer wieder vereinzelte Elemente, die hier und da mal wieder erneut auftauchten, aber insgesamt betrachtet war es einfach nur ein andauerndes aneinanderreihen zusammenhangloser Einzeltage, die jeweils damit endeten, dass man ein Monster der Woche an der Schule besiegen musste, weil sich der entsprechende Schüler daneben benahm. (Und darüber Hinaus wahr auch noch der Umstand, das Tsukune ein Mensch unter Monstern war, der seine Identität verstecken musst, ein immer wiederkehrendes Thema.)
Das brach mit Season II weg, weil hier eine ganze Menge, in der ersten Staffel noch sehr offen gelassene, lose Fäden zusammengeführt wurden und immer mehr Hintergrund auf den Charakter der Moka fokussiert wurde um eine Auflösung zu schaffen die Dinge erklärt, die aber nicht unbedingt immer überzeugt. Der leichtherzige Witz wahr innerhalb kurzer Zeit gegen einen ernsteren Subton ausgetauscht worden, der zwar zusätzlich noch versucht eauf einer oberflächlichen Ebene das „verrückte“ aufrecht zu lassen, aber das defintiv nicht schaffte. Mir persönlich gefällt die Season II so betrachtet eindeutig nicht mehr so gut, wie der erste Teil, weil hier einiges ausgetauscht wurde, was zu einem dermaßen grundsätzlich veränderten Unterton führt, was zwar dazu führt das einiges besser zusammen passt, aber dadurch verändert sich der Ton auch vollkommen.
Und dann kommen diese letzten Bände zusammen, die so dermaßen an eine schlechte Rollenspiel-Runde erinnern, dass es fast schon kurios ist, wie sehr in gegen Ende versucht habe herauszufinden, welche Mechanismen (und damit verbunden: Welches Rgeelsystem allegein) hier diese dargestellten Szenen am ehesten abbilden könnte.

Grundsätzlich muss ich also nach dieser ganzen Zeit sagen: Wer sich für Magas interessiert und nach einer eher leichten Grundstimmung sucht sollte die Season I sich ansehen. Die zweite Season ist aber her etwas für wirklich hartgesottene, die eine extreme Frustresistenz aufweisen und eventuell auch ein unbefriedigendes Ende erstragen.

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